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Evangelisch am Hellweg
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16. Mai 2012

Bewahrung der Schöpfung

Angesichts der sich anbahnenden Klimakatastrophe ergreift der Evangelische Kirchenkreis Soest die Initiative zum energiepolitischen Umdenken. In einer Reihe von Veranstaltungen gab der ehemalige Fachbereich Bildung z.B. Anstöße zum Bau von Fotovoltaikanlagen oder zur Einführung des kirchlichen Umweltmanagements.

Die Kreissynode im Sommer 2007 hatte das Kirchliche Umwelt- und Gebäudemanagement zum Thema und beschloss die Einrichtung eines Kompetenzteams, dem neben dem Kirchlichen Umweltmanagement der Landeskirche "Grüner Hahn" Vertreter der Fachhochschule Soest und der KD-Bank angehören. Elf Kirchengemeinden und eine Einrichtung des Ev. Perthes-Werks beteiligen sich an dem Programm.

WebTipps

Grüner Hahn - Kirchliches Umweltmanagement

27.04.2007

, 12:40
Kategorie: WebTipp


Bewahrung der Schöpfung Auftrag Gottes

13.02.2008 11:08
Von: Reiner Schrödter

Tagung der Umweltbeauftragten in Villigst

Die Umweltbeauftragten aus dem Evangelischen Kirchenkreis Soest Foto (Foto:Reiner Schrödter)

Schwerte-Villigst – Über fünfzig Umweltbeauftragte des „Grünen Hahns“ kamen vom 8. bis 10. Februar zu einem Seminar im Haus Villigst zusammen. Unter ihnen war auch eine größere Gruppe aus dem Evangelischen Kirchenkreis Soest. Die Teilnehmer erweiterten ihre Kenntnisse aus der Auftaktveranstaltung in Bad Sassendorf intensiv und wurden durch Fachvorträge auf ihre anspruchsvolle Tätigkeit vorbereitet. Bald werden in den Gemeinden Werl, Bad Sassendorf, Lippstadt, Soest, Schwefe und Erwitte die Umweltbeauftragten mit ihrer Arbeit beginnen. Zuerst gilt es für die Umweltteams der Gemeinden eine Bestandsaufnahme der Energieverbrauchsdaten der einzelnen Immobilien anzufertigen. Um diese Aufnahme zu erleichtern stellt das Umweltmanagement „Grüner Hahn“ vorbereitete Checklisten zur Verfügung und unterstützt auch die Auswertung, damit aus der Datenflut kein Datennebel wird, sondern Möglichkeiten zur Energieeinsparung vorgeschlagen werden können. So steht auch die Energieagentur des Landes Nordrhein-Westfalen den Gemeinden mit Rat und Tat  zur Seite.

Doch es geht nicht ausschließlich um die Einsparung von Energie, vielmehr werden im Laufe des Prozesses auch Naturschutzfragen und die Ökobilanz der Einkäufe untersucht. Schließlich geht es den Gemeinden aus dem Kirchenkreis darum, nachhaltige Prozesse anzustoßen, die langfristig helfen, den Klimawandel wenn nicht aufzuhalten, so doch zu verlangsamen. Denn „gerade wir als Kirche müssen glaubwürdig erscheinen, wenn wir unsere Aufgabe „Bewahrung der Schöpfung“ als Auftrag von Gott annehmen“, waren die Umweltbeauftragten sich über die Wichtigkeit und Dringlichkeit einig. Was die einzelnen Gemeinden konkret planen, wird in entsprechenden Veranstaltungen in den nächsten Monaten vorgestellt. Das Ziel ist ein sich ständig verbessernder Prozess, der quasi zum Selbstläufer wird. Die Gemeinden, die dies möchten können sich am Ende der rund einjährigen Begleitung durch den „Grünen Hahn“ extern durch einen Experten zertifizieren  lassen.

Start des Umweltmanagements

24.01.2008 12:56
Von: Volker Kneisel

Auftaktveranstaltung zum "Grünen Hahn"

Foto (Reiner Schrödter)

Bad Sassendorf – Über Umweltschutz und Bewahrung der Schöpfung nicht nur reden, sondern im eigenen Hause konkret etwas verändern, das wollen die evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises Soest. Zur Auftaktveranstaltung des Projekts „Der grüne Hahn“ in Bad Sassendorf konnte Superintendent König mehr als 20 Teilnehmer und eine Teilnehmerin aus elf Gemeinden des Kirchenkreises und einer Einrichtung des Pertheswerkes  begrüßen. Wie bereits andernorts sehr erfolgreich praktiziert, wollen diese die drängenden Zukunftsaufgaben anpacken und dabei nicht nur etwas für den Umweltschutz tun, sondern auch Ersparnisse bei den Betriebskosten möglich machen. Im Laufe des Jahres 2008 sollen durch Tagungen und zahlreiche Informationsveranstaltungen in den Gemeinden Umweltteams fit gemacht werden für das sehr anspruchsvolle und ambitionierte Projekt des modernen Umweltmanagements. Am Ende der ersten Phase kann dann nach diesem Jahr sogar eine europaweit anerkannte Zertifizierung stehen.

Die Leiter des Projektbüros der Landeskirche Pfarrer Klaus Breyer und Hans-Jürgen Hörner stellten das Gesamtprojekt und den Zeitplan vor. Sie gaben einen ersten Einblick in die umfangreichen Materialien und die Homepage des „Grünen Hahns“ (www.gruener-hahn.net). Schon vom 8.-10. Februar ist der erste Grundkurs in Villigst geplant.

Danach sollen in enger Absprache mit den Presbyterien in den Gemeinden Umweltleitlinien festgelegt und eine eingehende Umweltprüfung der vorhandenen Immobilien und Einrichtungen durchgeführt werden. Nicht nur der Energieverbrauch, Heizung, Wasser, Gebäudebeschaffenheit kommen auf den Prüfstand, sondern auch Beschaffung und Versorgung, Verkehrsmittel und vieles mehr. Um all dies schultern zu können, werden noch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Alters gesucht, die ihre Kenntnisse und Fähigkeiten verschiedenster Art in ein Team der jeweiligen teilnehmenden Kirchengemeinden einbringen möchten und/oder sich zu Experten in Sachen Umweltmanagement weiterbilden wollen.

Schöpfung bewahren und Ausgaben senken

04.10.2007 11:22
Von: Johannes Majoros-Danowski

Anmeldung zum kirchlichen Umweltmanagement bis zum 31.10.2007

Soest – Das kirchliche Umweltmanagement „Grüner Hahn“ ist eine bereits in zahlreichen Kirchengemeinden, Verwaltungen, Tagungsstätten sowie Einrichtungen der Diakonie in Westfalen und darüber hinaus erfolgreich erprobte Methode, Energie und andere Ressourcen zu sparen, um die Schöpfung zu bewahren. Das kirchliche Umweltmanagement hilft gleichzeitig, den kirchlichen Gebäudebestand und die dafür anfallenden steigenden Ausgaben in den Griff zu bekommen.

Bislang haben sich sieben Kirchengemeinden im Kirchenkreis Soest entschlossen, am kirchlichen Umweltmanagement „Grüner Hahn“ teilzunehmen. Mit dabei sind die Gemeinden Lippstadt, Werl, Erwitte, Bad Sassendorf, Weslarn sowie die Wiese-Georgs-Kirchengemeinde und die Reformierte Kirchengemeinde in Soest. Bis zum 31. Oktober haben die übrigen Kirchengemeinden noch Zeit, sich über den Kirchenkreis anzumelden. Je mehr Gemeinden teilnehmen, desto weniger Kosten entstehen für die einzelne Gemeinde. Mitmachen können auch andere kirchliche Einrichtungen mit Gebäudebestand.

Zum kirchlichen Umweltmanagement gehören zwei zentrale Fortbildungsveranstaltungen für die Beauftragten der Gemeinde oder Einrichtung, die kontinuierliche Vor-Ort-Begleitung und telefonische Beratung (Hot-Line) durch das im Kirchenkreis Soest eingerichtete Kompetenzteam. In ihm sind neben dem „Grünen Hahn“ und dem Kirchenkreis Wissenschaftler der Fachhochschule Soest und Berater der KD-Bank für Kirche und Diakonie vertreten. Die beteiligten Gemeinden werden bei Start- und Motivationsveranstaltungen unterstützt, erhalten praxiserprobte Arbeitshilfen, wie einen Leitfaden, Checklisten, Arbeitsblätter etc., können sich an Workshoptagen mit den anderen Projektteilnehmern  austauschen, werden in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt und auf Wunsch auf die abschließende Zertifizierung durch einen externen Umweltgutachter vorbereitet.

Weitere Informationen finden Sie im Internet. Anmeldungen bitte an die Superintendentur, Frau Brigitte Beckord, Puppenstr. 3-5, 59494 Soest, Tel. 02921 396-112, Fax 02921 396-155 oder per E-Mail.

Handeln, bevor es zu spät ist

29.06.2007 11:57
Von: EKD

Klimaschutz-Appell von EKD-Bischof Huber

Mit einem eindringlichen Appell hat sich der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, an Politik, Gesellschaft und Kirche gewandt, ihre Verantwortung angesichts des Klimawandels zu erkennen und entschlossen zu handeln. Drei Feststellungen begründen Hubers dringlichen Aufruf zum Handeln: "Wir müssen ernsthaft mit einer Klimakatastrophe rechnen. – Wir müssen anerkennen, dass sie in erheblichem Umfang durch menschliches Handeln ausgelöst ist. – Um die globale Erwärmung zu begrenzen, müssen wir zu schnellen und entschlossenen Maßnahmen bereit sein." Angesprochen ist dabei nicht nur die Politik. Huber wendet sich zunächst an die Christinnen und Christen. Die biblische Überlieferung nehme sie in die Pflicht, "in ihren eigenen Verantwortungsbereichen - in Unternehmen, Medien und gesellschaftlichen Verbänden, in Wissenschaft, Verwaltung und Politik - die Aufgabe des Klimaschutzes ernst zu nehmen".

Klimawandel ist nicht von Gott gewollt

08.06.2007 12:17
Von: EKvW

Klimaallianz und Grüner Hahn

Köln/Bielefeld. Auch weiterhin wird die evangelische Kirche zum Klimawandel nicht schweigen, sondern Klartext reden und Konflikte nicht scheuen. Das hat der westfälische Präses Alfred Buß am 8. Juni auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln angekündigt.

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) hat bei der Gründung der bundesweiten Klimaallianz im April mitgewirkt und ist ihr als erste evangelischen Landeskirche beigetreten. Die Klimaallianz ist ein rasch wachsendes Bündnis aus derzeit 40 Umweltverbänden, Kirchen und anderen Einrichtungen. Mitglieder sind unter anderen der BUND, Greenpeace, aber auch Brot für die Welt und die Diakonie-Katastrophenhilfe.

Der Klimawandel ist nach Überzeugung von Präses Buß „weder von Gott gewollt noch unabwendbares Schicksal“, sondern „ein krasser Mangel an Gerechtigkeit gegenüber den Gesellschaften des Südens, gegenüber nachfolgenden Generationen und der Schöpfung“. Buß wies darauf hin, dass der Verbrauch fossiler Energieträger in den Industrie- und Schwellenländern rasant ansteigt und den Klimawandel „auf nie gekannte Weise anheizt“, während gleichzeitig 1,6 Milliarden Menschen auf der Erde überhaupt keinen Zugang zu modernen Energien haben. Diese „Energiearmut“ sei verbunden mit materieller Armut und schlechten Entwicklungs- und Bildungschancen.

Kirchen sollten angesichts dieser bedrohlichen Entwicklungen „Orte der Hoffnung sein und Zeichen der Hoffnung setzen“, forderte der leitende Theologe der mit 2,6 Millionen Mitglieder viertgrößten evangelischen Landeskirche: „Eine andere Welt ist nicht nur möglich, sondern von Gott verheißen.“ Die christliche Freiheit sei eine Freiheit zur Selbstbegrenzung. Sie habe die Würde und Freiheit anderer Menschen, zukünftiger Generationen und den Schutz der Umwelt zum Maßstab.

Der Präses wies auch darauf hin, dass die Glaubwürdigkeit der Kirchen und damit die Wirksamkeit ihres gesellschaftlichen Engagements wesentlich vom Beispiel abhängen, das die Kirchen selbst als Arbeitgeber und wirtschaftlich Handelnde in ihren Einrichtungen geben. Das Projekt „Grüner Hahn“ befähigt Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen, Umweltschutz systematisch und nachprüfbar zu betreiben, ihren Energieverbrauch zu senken und dabei viele Menschen zu beteiligen. „Das ist nicht nur gut für den Umweltschutz“, sagte Buß, „sondern auch gut für das Gemeindeleben.“ Der Verbrauch von Wärme- und Stromenergie sei bereits im ersten Jahr um 20 Prozent gesunken. Nach diesem Erfolg in den ersten 60 Piloteinrichtungen seien nun alle Kirchengemeinden eingeladen, dieses Umweltmanagement einzuführen. Das entsprechende Geld wurde dem landeskirchlichen Umweltreferat zur Verfügung gestellt, das den „Grünen Hahn“ koordiniert.

Heizen mit Weizen?

07.06.2007 22:49
Von: Johannes Majoros-Steinmetz

Vortrag zum Thema Ethik und Landwirtschaft am 19.6.2007

Am 19. Juni findet um 19.30 Uhr im Hörsaalgebäude 10 der Fachhochschule in Soest im Rahmen der Soester Gespräch ein Vortrag zum Thema „Heizen mit Weizen?“ statt. Pfarrer Christoph Fleischer, Studierendenseelsorger des Kirchenkreises Soest, geht darin der Frage nach, wie wir christlich begründete Normen finden können, die Menschen im beruflichen und wirtschaftlichen Handeln Orientierung geben. Dabei geht es konkret um den Bereich der Landwirtschaft und um das Thema Bioenergie.

In diesem Bereich treten Landwirte als Rohstoff- aber auch als Energieproduzenten auf. Der Klimawandel zwingt die Gesellschaft zur verstärkten Nutzung von erneuerbarer Energie. Doch in der Landwirtschaft tritt die Energieerzeugung in Konkurrenz zur Erzeugung von Nahrungsmitteln. Soll der Energiepreis auch den Brotpreis bestimmen? Ist es angesichts der Welthungerproblematik zu verantworten, dass Getreide hier verbrannt wird? Dazu verweise ich auf die Position der Evangelischen Kirche von Westfalen: Chancen und Risiken der energetischen Nutzung von Biomasse aus kirchlicher Sicht.

„Umweltschutz fängt bei uns an“

06.06.2007 22:44

Zu Umweltmanagement aufgerufen

Foto (Johannes Majoros-Steinmetz): Prof Dr. Karl-Heinz Müller

Foto (Johannes Majoros-Steinmetz): Prof Dr. Karl-Heinz Müller

Lippstadt – Im Mittelpunkt der Sommersynode des Kirchenkreises Soest stand die Frage, wie die Kirche angesichts einer drohenden Klimakatastrophe ihrer Verantwortung gegenüber der Schöpfung gerecht werden kann. Zum höchsten Gremium der Evangelischen Kirche auf Kreisebene trafen sich am 4. Juni nach einem Gottesdienst in der Marienkirche rund hundert Delegierte aus den 23 Kirchengemeinden und übergemeindlichen Einrichtungen im Gemeindehaus in Lippstadt. Landeskirchenrat Dr. Peter Friedrich und Superintendent Hans König gingen zu Beginn auf die Bedeutung der landeskirchlichen Visitation im April kommenden Jahres ein. Dr. Peter Friedrich ermutigte dazu, die Visitation als zukunftsorientierten Beratungsprozess zu nutzen. Superintendent Hans König benannte einige Themen, die im Mittelpunkt der Visitation stehen sollten, so etwa die im Aufbau befindlichen Jugendkirchen. Zum Hauptthema der Synode „Regenerative Energien und Gebäudemanagement“, das vom Kreissynodalvorstand und vom Fachbereich Bildung vorbereitet worden war, erhielten die Synodalen Impulsreferate von gleich drei ausgewiesenen Experten.

Professor Dr. Karl-Heinz Müller vom Institut für Technologie- und Wissenstransfer der Fachhochschule Soest stellte faktenreich die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der Nutzbarkeit regenerativer Energien angesichts der düsteren Klimaprognosen dar. Unter dem Motto „Global denken – lokal handeln“ forderte er dazu auf, das vielfältige Potential der Kirchengemeinden zu aktivieren. So gäbe es in den Gemeinden Fachleute und engagierte Laien, könnten Dachflächen für Fotovoltaikanlagen genutzt und die Möglichkeiten der Energieeinsparung ausgelotet werden. Seinen Optimismus im Punkt Energiesparen verdeutlichte er damit, dass er überzeugt davon sei, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Synode es voraussichtlich kaum bemerken würden, wenn sie privat ihren Energieverbrauch halbieren würden.

Pfarrer Klaus Breyer, Leiter des „Grünen Hahns“, dem Umweltmanagement der westfälischen Kirche, knüpfte hier an, in dem er die ökologischen, sozialen und finanziellen Vorteile einer ökologischen Gebäudewirtschaft in der Kirche vorstellte. Bereits in der ersten Phase der Bestandsaufnahme würden hohe Summen durch die einfache Überprüfung von Abrechnungen eingespart werden. Durch entsprechende Informationen an Gemeindeglieder und Gäste sowie einfache Maßnahmen könnte der Energieverbrauch bereits beträchtlich gesenkt werden. Größere ökologische Maßnahmen sollten mit sowie so fälligen Renovierungen durchgeführt werden. Die Auswertung von zehn ökologischen Beratungsprozessen in Kirchengemeinden zeige durchschnittliche Einsparungen von 19% der Wärmeenergie und 12% des Stroms – Einsparungen, die die von Sparmaßnahmen betroffenen kirchlichen Haushalte deutlich entlasteten.

Die Baukirchmeister Klaus P. Keuntje aus Dortmund-Marten und Jürgen Weseke aus Unna-Massen berichteten den Anwesenden von ihren Erfahrungen in den Beratungsprozessen. Neben den hohen Einsparungen und zahlreichen „Aha-Effekten“ seien durch das kirchliche Umwelt-Management auch Gemeindeglieder motiviert worden, die bisher nicht engagiert gewesen seien. Klaus Keuntje bezifferte die Einsparung an CO2-Emmissionen allein in einem Gemeindebezirk auf 12 Tonnen pro Jahr. Superintendent Hans König rechnete den Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinden vor, dass die Presbyterien durch einfache Umweltschutzmaßnahmen ihre finanziellen Spielräume verdreifachen könnten. So seien bei Energiekosten von 650.000 Euro kirchenkreisweit Einsparungen von 15%, rund 100.000 Euro realistisch. Die finanziellen Entscheidungsspielräume lägen jedoch durch die angespannte Haushaltslage insgesamt bei nur rund 45.000 Euro.

Als dritter Experte stellte Klaus Jennert aus dem Vorstand der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) das ökologische Profil und die Angebotspalette seiner Einrichtung vor. Die KD-Bank, die im Besitz vor allem kirchlicher Einrichtungen stehe, habe schon immer die soziale und ökologische Verantwortung ernst genommen. Im Moment würde das Unternehmen einer Zertifizierung als „Nachhaltige Bank“ im Sinne des Einsatzes für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung unterzogen werden. Klaus Jennert benannte eine Reihe von Angeboten von günstigen Förderkrediten bis zur Vermittlung von in Zukunft notwendigen „Energiepässen“, mit denen Kirchengemeinden im ökologischen Umbau unterstützt werden könnten.

„Ich hoffe, Sie sind neugierig und hellhörig geworden“ ermutigte Superintendent Hans König die Synodalen, das kirchliche Umweltmanagement einzuführen. Ein Kompetenzteam des Kirchenkreises, dem Vertreter des „Grünen Hahns“, der Fachhochschule und der KD-Bank angehören sollen, werde den Gemeinden mit Rat und Tat zur Seite stehen. Je mehr Gemeinden sich beteiligten, umso geringer würden die Kosten für die notwendigen Fortbildungen für Gemeindeglieder ausfallen. Von Seiten des Präses sei der Kirchenkreis gebeten worden, dieses in der fachübergreifenden Zusammenarbeit beispielhafte Projekt zu dokumentieren, um es anderen Kirchenkreisen und Landeskirchen zur Verfügung stellen zu können.

Weitere Themen der Synodaltagung war die Verabschiedung einer in einzelnen Punkten geänderten Satzung für den Kirchenkreis, die Verabschiedung eines Zeitplans für die Jugendkirchen, in dem u.a. die Evaluation nach drei Jahren festgeschrieben wurde, eine Stellungnahme zur geplanten Umorganisierung der kirchlichen Rechnungsprüfung sowie einige Nachwahlen in verschiedenen Ausschüssen. Der stellvertretende Verwaltungsleiter Bernd Göbert erläuterte den Jahresabschluss 2006, der unter anderem durch unerwartete Mehreinnahmen aufgrund der steigenden Konjunktur, vor allem aber durch die erfolgreiche Umsetzung der Pfarrstellenplanung positiver ausfiel als erwartet.

Mit knapper Mehrheit entschieden sich außerdem die Synodalen für die Umbenennung des Kirchenkreises in „Evangelischer Kirchenkreis Soest“. Dadurch soll angesichts immer verbreiteterer Unsicherheit und Unwissenheit über kirchliche Zusammenhänge verdeutlicht werden, dass es sich bei „Kirchenkreis“ um eine Einrichtung der Evangelischen Kirche handelt. Gleichzeitig werde damit das Profil der Kirche in einer multireligiösen Umwelt geschärft.

Wir können auch anders!

27.04.2007 13:11

Kirchenkreis stellt Gemeinden Umweltmanagement vor

Pfr. Klaus Breyer referierte im Ardeyhaus

(Foto: Johannes Majoros-Steinmetz)

Soest – „Atomkraft nein danke! – Wir können auch anders!“ Unter diesem Titel hatte der Kirchenkreis am 21. Jahrestags der Tschernobyl-Katastrophe zu einer Informationsveranstaltung ins Soester Ardeyhaus eingeladen. Dem Fachbereich Bildung ging dabei um die praktischen Konsequenzen aus der aktuellen Bedrohung der Schöpfung durch Klimakatastrophe und Atomkraft zu ziehen.

Fachbereichsvorsitzende Judith Tornau-Opitz begrüßte die rund dreißig Gäste, darunter Superintendent Hans König, und leitete mit einem grün angestrichenen, eisernen Wetterhahn einer Bördekirche zum Referat von Pfarrer Klaus Breyer über. Pfarrer Breyer, Leiter des „Grünen Hahns“, dem Umweltmanagement der westfälischen Kirche, stellte den Anwesenden die Dringlichkeit eines Klimawandels vor Augen. Energiesparen stelle dabei den Hauptfaktor dar. Genau hier setze das Umweltmanagement der Kirche an. Erfreulicher „Nebeneffekt“ für die sich beteiligenden Kirchengemeinden seien die mit dem Energiesparen verbundenen finanziellen Vorteile. Unter Anspielung auf die aktuellen Sparmaßnahmen in der Kirche gebrauchte Klaus Breyer die einprägsame Formel „Kilowattstunden arbeitslos machen, nicht Menschen!“.

Anhand zahlreicher Bilder und mit seinem trotz des ernsten Themas zuversichtlichen Humor beschrieb Klaus Breyer den Prozess von der Bestandsaufnahme über die Analyse und Umsetzung der einzelnen Maßnahmen. Grundlage sei, dass eine Kirchengemeinde sich mit dem Umweltmanagement nicht überfordern dürfe, sondern nur das im Rahmen der eigenen Möglichkeiten Stehende angehe. Überhaupt betonte Klaus Breyer, dass ein Umweltmanagement nicht nur für die Schöpfung, sondern auch für die daran beteiligten Menschen Lebensgewinn mit sich brächte. Die Räumlichkeiten würden vielfach ansprechender, die Gemeinden gewännen neue Mitarbeitende und profitierten nicht zuletzt von der positiven öffentlichen Resonanz. Der „Grüne Hahn“ ist übrigens eines der offiziellen UNESCO-Projekte 2007/2008.

Das Thema „Ökologisches Gebäudemanagement“ steht im Mittelpunkt der kommenden Synode des Kirchenkreises Soest am 4. Juni. Dann wird neben dem Grünen Hahn auch die Fachhochschule Südliches Westfalen dabei sein, um mit Information und dem konkreten Angebot fachlicher Unterstützung möglichst vielen Kirchengemeinden den Umstieg aufs Energiesparen schmackhaft zu machen.

Schöpfung bewahren - wirtschaftlich arbeiten

30.11.2006 12:34
Von: Herbert Beller

Infoveranstaltung des Kirchenkreises zu Fotovoltaik

Personen

v.l. Judith Tornau-Opitz, Anita Goy, Superintendent Hans König, Sven Harmeling, Christa Leßmann-Fischer, Hermann Strutz, Frauke Wehrmann-Plaga.

Lippstadt - "Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde". Diese Indianerweisheit, die Pfarrerin Frauke Wehrmann-Plaga in ihrer Eröffnungsandacht zitierte, verdeutlichte die Folgen unseres Umgangs mit der Umwelt sehr anschaulich. Denn wir können nicht davon ausgehen, dass die Beanspruchung der Ressourcen auf unserer Erde ohne Folgen für ihre Bewohner bleibt. Um diese Problematik bewusst zu halten, hatte der Fachbereich Bildung des Kirchenkreises Soest eine Veranstaltung vorbereitet, zu der am 6. November Experten in das Stift-Cappel-Berufskolleg eingeladen waren. Im Vortrag, Referat und Podiumsdiskussion wurde aus unterschiedlichen Sichtweisen das Thema behandelt.

Nach dem Vortrag von Sven Harmeling zum Thema "Gerechtigkeit im Treibhaus - die Kirchen als Motor einer globalen Klimaschutz-Bewegung" und dem Referat von Manfred Einerhand über die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Anlagen machten Steuerrechtler, Ingenieure der Elektrotechnik und der Photovoltaik und Architekten unter der Moderation von Frau Christa Leßmann-Fischer in ihren Beiträgen die Komplexität des Themas deutlich. So war es schön zu erfahren, wie durch den Einsatz von Sonnenkollektoren der Schadstoff-ausstoß verringert werden könnte, aber wenn die beispielsweise beschriebene fremdfinanzierte Anlage ohne Finanzertrag mit ungewisser Lebensdauer und abfallender Leistungsstärke arbeitet, war doch deren Einsatz auf dem Dach eines öffentlich-rechtlichen Gebäudes enge Grenzen gesetzt. Diese Grenzen ergeben sich für den Kirchenkreis mit seinen etwa 160 Gebäuden nach den Ausführungen von Architekt Dirk Pieper von der Bau-und Liegenschaftsabteilung auch allein schon dadurch, dass die mehreren tausend Quadratmeter Dachfläche sich durch die strengen Denkmalauflagen und ihrer bautechnischen Machbarkeit auf wenige hundert Quadratmeter reduzieren würden. Die Funktion des guten Beispiels und der ständigen Bewusstseinsbildung durch Kollektoren auf einem Kirchendach nicht nur für die Gemeindemitglieder blieb hierbei unbestritten.

Dass aber die Bewusstseinsbildung für den schonenden Umgang mit der Energie für die Kirchengemeinde auch mit einfachen, kreativen Mitteln möglich ist, beschrieb Frau Judith Tornau-Opitz aus ihrer Schulgemeinde. Neben der geschickt finanzierten Fotovoltaik auf dem Schuldach, war ihr 50:50 Vertrag ein Beispiel, das sehr leicht aus den Schüler-Familien auf die Kirchgemeinde mit ihren Familien und allen anderen Energieabnehmern zu übertragen ist: Durch energiebewusstes sparsames Verhalten versucht ein jeder in der Gemeinschaft den Energieverbrauch des Vorjahres zu unterbieten. Die Differenz der Einsparung in Euro ergibt sich durch den Vergleich der Jahresrechnungen und wird zur Hälfte an die Beteiligten als Bonus und Anreiz ausgeschüttet, im nächsten Jahr die Effektivität nochmals zu steigern.

Diese Aufforderung und Chancen zur erheblichen Energieeinsparung hatte Superintendent Hans König in seinem Grußwort schon mit der Abwandlung des gängigen Satzes ?ohne m o s nichts los? prägnant dargestellt. Denn mit Moral und ethischem, verantwortungsvollem Handeln bieten sich in der Vermeidung der weiteren Verschwendung unserer Ressourcen zumindest gleichwertige Möglichkeiten, die Schöpfung zu bewahren als sie in stetiger Entwicklung neuer Techniken zu suchen. Da die privaten Haushalte mit 14% und der Straßenverkehr mit 19 % an den 830 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß in Deutschland beteiligt sind, wird deutlich, wie groß durch umweltbewusstes Verhalten eines jeden Bürgers die Möglichkeiten zur Energieeinsparung sind.

Erfreut nahmen die Anwesenden zur Kenntnis, dass die Evangelische Kirche weiterhin diese Bewusstseinsbildung fördert und ihr z.B. nicht nur auf dem Kirchentag 2007 in Köln einen großen Raum bietet. Dieses wurde auch gleichermaßen von den Kirchen in Holland und Großbritannien berichtet.

Westfälischer Präses Buß fordert Ausstieg aus der Atomenergie

24.04.2006 14:59
Von: EKvW

Deutsch-weißrussische Partnerschaftskonferenz zum 20. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl in Geseke

Der ausgebrannte Reaktor in Tschernobyl

Zum 20. Jahrestag des Reaktorunfalls von Tschernobyl haben mehr als 350 deutsche und weißrussische Vertreter von Tschernobyl-Initiativen ein "Europa ohne Atom" gefordert. Die Evangelische Kirche von Westfalen setze auf den Ausstieg aus der nicht beherrschbaren Kernenergienutzung, sagte Präses Alfred Buß auf der Partnerschaftskonferenz "Tschernobyl mahnt" in Geseke. Wenn in der aktuellen energiepolitischen Diskussion in Deutschland Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken und der Neubau von Kernkraftwerken ins Gespräch gebracht werde, müssten Ausstiegsinitiativen gefördert werden. Die Tschernobyl-Initiativen zeigten ein gesteigertes Interesse an Konzepten für den Atomausstieg, der Nutzung regenerativer Energien und der Möglichkeiten zur Energieeinsparung, sagte Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerkes (IBB) Dortmund, das die Konferenz in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Iserlohn organisierte. Die Arbeit der Initiativen habe bislang überwiegend humanitären Charakter gehabt, etwa die Erholungsaufenthalte von Kindern aus den verstrahlten Gebieten. Gegenwärtig finde ein Wandel zu politischen Themen statt.

Viktor Marachin, Mitglied der Nationalversammlung Weißrusslands, sprach von einer geteilten Geschichte seines Landes: vor und nach der Katastrophe von Tschernobyl. Weißrussland sei am stärksten vom Reaktorunfall betroffen, 23 Prozent des Landes seien radioaktiv verseucht. In den ersten Jahren nach der Katastrophe wurden bis zu 25 Prozent des Staatshaushaltes zur Bewältigung der Folgen eingesetzt. "Unsere heutige Aufgabe ist es, die Gebiete, in denen man noch leben kann, wieder aufzubauen", sagte Marachin.

Als Zeitzeuge berichtete Oleg Zingerov von seinem Einsatz als so genannter Liquidator, zu dem er als 26-jähriger während seines Militärdienstes abkommandiert wurde. "Man hat die Menschen dahin geschickt, ohne ihnen zu sagen, was sie dort machen werden", sagte er. Seine Aufgabe war es, Zivilisten militärisch einzukleiden und anschließend ihre verstrahlte Bekleidung zu beseitigen. Eine Woche war er im Einsatz und leidet jetzt unter gesundheitlichen Schäden durch die Verstrahlung, ohne dem Reaktor je nahe gekommen zu sein.

Das jährliche Treffen des Netzwerks von rund 600 Weißrussland- und Tschernobyl-Initiativen findet seit über 15 Jahren statt. Am 26. April, dem 20. Jahrestag der Reaktorkatastrophe, werden Mitglieder der Initiativen auf Einladung der SPD-Fraktion in Berlin mit Bundestagsabgeordneten über die Folgen des Unglücks und über die Forderung nach einem Atomausstieg sprechen.

Zuletzt bearbeitet am Fr 19 Jun 2009 21:41:54 CEST
von Johannes Majoros-Danowski